Unser Blogbereich zum Thema Alzheimer und Demenz

Demenzformen: Ursachen, Symptome und Prävention

 
 
Das lateinische „Dementia“ bedeutet übersetzt etwa „ohne Geist“. Und damit ist der Name für eine häufig auftretende Erkrankung in Deutschland auch recht passend gewählt: Die Demenz zeichnet sich nämlich hauptsächlich durch den Abbau diverser kognitiver Fähigkeiten aus.
 
Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass unter dem Begriff der Demenz verschiedene Formen der Krankheit vereint werden – daher kann es auch zu unterschiedlichen Symptomen und Krankheitsverläufen bei den jeweiligen Krankheitsformen kommen. Welche das im Detail sind, wird im Folgenden geklärt. 

Und wer sich schon öfter gefragt hat, worin eigentlich der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz liegt, der wird hier ebenfalls aufgeklärt. 
 

Zwischen welchen Formen unterscheiden Mediziner?



Als Demenz bezeichnen Mediziner allgemein Krankheitsbilder, die mit dem Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist also nur eine Form der Demenz. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Demenzformen, die mehr oder weniger häufig vorkommen.
 
Denn auch wenn Alzheimer die wohl bekannteste Form der Demenz ist, ist sie nicht die einzige. 
Allgemein wird die Demenz in primäre und sekundäre Formen eingeteilt. 
 

Primäre Formen



Die primären Demenz Formen zeichnen sich dadurch aus, dass sie zumeist irreversibel, also nicht rückgängig zu machen sind. Sie werden auch als hirnorganische Demenzen bezeichnet. 

Eine der bekanntesten primären Formen ist die Alzheimer-Krankheit, die ungefähr 60 bis 65 Prozent der Krankheitsfälle ausmacht. 
Alzheimer geht mit degenerativen Prozessen im Gehirn einher. Da die Nervenzellen zerstört werden, ist die Krankheit nicht reversibel. 

Darüber hinaus gibt es vaskuläre, also gefäßbedingte Demenz Formen, die ca. 20 bis 30 Prozent der Erkrankungen ausmachen. Etwa 15 Prozent der an Demenz Erkrankten leiden unter einer kombinierten Form aus gefäßbedingter Demenz und Alzheimer. 

Zu den primären Demenzen gehören außerdem die Lewy-Body-Demenz sowie die frontotemporale Demenz, welche den Stirn- und Schläfenlappen befällt. Diese beiden Formen kommen jedoch sehr selten vor. 
 

Sekundäre Formen



Zu den sekundären Demenz Formen zählen Mediziner solche Demenzerkrankungen, die eine Folge einer anderen Krankheit sind, die in den meisten Fällen nicht im Hirn begründet ist. Zu diesen zählen ungefähr zehn Prozent der Demenzerkrankungen. Zu den Erkrankungen, die eine reversible Demenz hervorrufen können, gehören unter anderem 

  • Erkrankungen des Stoffwechsels
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Vergiftungen, etwa durch Medikamente, Drogen oder Alkohol
  • Vitaminmängel und
  • Depression


Nur etwa 5 bis 15 Prozent aller Krankheitsfälle werden durch weitere, seltenere Formen der Demenz verursacht, beispielsweise die Parkinson-Demenz 
 

Welche Ursachen kommen infrage?



Bei einer Demenz passieren gleich mehrere Dinge gleichzeitig: 

  • Es kommt zum Absterben von Nervenzellen im Hirn.
  • Die Kommunikation zwischen Nervenzellen untereinander wird erschwert.
  • Meist schrumpft das Gehirn darum auch – oftmals um bis zu 20 Prozent.

 

Mögliche Ursachen von Alzheimer



Die Ursachen der häufig vorkommenden Alzheimer Demenz sind wissenschaftlich noch nicht komplett erforscht. Was Mediziner allerdings wissen: Es handelt sich hierbei um eine neurodegenerative Krankheit. Das heißt, dass der Abbau der Nervenzellen im Gehirn fortschreitet.
 
Zudem ist belegt, dass es bei Alzheimer-Patienten zu Ablagerungen von Plaques und Fibrillen im Hirn kommt. Unter Fibrillen versteht man sogenannte „Tau-Proteine“. Diese kommen in Ansammlungen zwischen den Zellen vor und sind von fadenähnlichem Aufbau.
 
Plaques hingegen sind Ablagerungen, die außerhalb von Nervenzellen zu finden sind und aus beta-Amyloid, einem speziellen Eiweiß, bestehen. Diese beiden Proteine sollen gemeinsam ursächlich sein für den Abbau der kognitiven Fähigkeiten, welcher die Alzheimer-Krankheit auszeichnet. 
 
 

Mögliche Ursachen der vaskulären Demenz



Die Ursache der vaskulären Demenz ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn der Patienten. Hierfür kommen verschiedene Gründe infrage, etwa 

  • hoher Blutdruck
  • Diabetes (Typ II)
  • Hirnblutungen
  • Hirninfarkte durch gefäßverstopfende Blutgerinnsel und
  • Arterienverkalkung
 

Symptome und Krankheitsverlauf

 

Die typischen Demenz Symptome hängen unter anderem davon ab, um welche Form der Demenz es sich bei einem Patienten handelt. Je nachdem, welche Demenz Form vorliegt, ist ein anderes Gehirnareal von den Umbauprozessen betroffen. Es kommt darauf an, für welche Tätigkeiten dieses Areal von Bedeutung ist. 

Genrell verlaufen viele Demenzformen sehr lange – oftmals über viele Jahre hinweg – ohne Symptome.
 
Der Verlauf zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass sich zunächst das Kurzzeitgedächtnis verschlechtert und im weiteren Verlauf auch das Langzeitgedächtnis unter den Veränderungen im Gehirn leidet. Die Symptome betreffen die Sprache, die Aufmerksamkeit und schließlich auch den Körper der Betroffenen. 
 

Der Alzheimer-Verlauf



Die Alzheimer-Erkrankung verläuft typischerweise in fließend ineinander übergehenden Stadien. Hin und wieder kommt es aber auch zu wechselhaften Verläufen mit Verbesserungen und Verschlimmerungen. Selten treten Alzheimer-Symptome sehr akut und spontan auf. Die drei typischen Stadien bei Alzheimer werden bezeichnet als 

  • frühes Stadium
  • mittleres Stadium 
  • spätes Stadium


Im frühen Stadium bemerken häufig nur die Betroffenen selbst, dass ihre geistigen Fähigkeiten sich verändern. Sie können ihren Alltag noch alleine meistern.
 
Im mittleren Stadium wird das Langzeitgedächtnis verstärkt beeinträchtigt und die Krankheit ist auch nach außen hin deutlich wahrnehmbar.
 
Im späten Stadium kommt es zusätzlich zu einem körperlichen Abbau. 
 

Alzheimer-Symptome



Die Alzheimer-Erkrankung zeichnet sich zu Beginn durch leichte Gedächtnisschwierigkeiten aus. Es kann zu Wortfindungsschwierigkeiten kommen; viele Betroffene verlieren beim Sprechen immer häufiger den Faden und wissen nicht mehr, was sie sagen wollten. Auch suchen sie häufig Gegenstände, die sie verlegt haben. 

Ein typisches Alzheimer-Symptom ist auch Orientierungslosigkeit. Hinzu können Antriebsschwäche und Müdigkeit sowie eine Verlangsamung verschiedener Tätigkeiten kommen, etwa beim Sprechen, Denken oder auch beim Bewegen. 

Viele Patienten reagieren auf diese Veränderungen mit aggressivem, gereiztem Verhalten, während andere sich zurückziehen oder depressive Anzeichen zeigen. 

Im mittleren Stadium zeigen sich Symptome wie starke Gedächtnisstörungen, die auch Ereignisse betreffen, die sich erst kürzlich ereignet haben. 

Ein Hauptsymptom des späteren Stadiums ist, dass Probleme bei simplen Vorgängen auftauchen und die Selbstständigkeit verloren geht. So kommt es etwa zu Schwierigkeiten beim Kochen, bei der Körperpflege oder beim Einkaufen.
 
Damit einher gehen oft ein stark ausgeprägter Bewegungsdrang und eine innere Unruhe. Bekannte Personen werden nicht immer erkannt. 

Die Symptome der späten Stadien betreffen letztendlich auch den Körper: 

  • Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken
  • Atemprobleme
  • steife Glieder
  • Krämpfe
  • geschwächtes Abwehrsystem und damit einhergehende Infekte


Am Ende des Verlaufs steht die Pflegebedürftigkeit. 
 

Symptome der vaskulären Demenz



Charakteristisch ist, dass die Symptome meistens plötzlich auftreten und nicht, wie bei der Alzheimer-Erkrankung, schleichend. Es gibt jedoch auch Fälle einer akut auftretenden vaskulären Demenz. Die Symptome richten sich hier stark nach dem betroffenen Gehirnareal. Allgemein können folgende Symptome häufig ausgemacht werden: 

  • Sprach- und Wortfindungsstörungen
  • Veränderungen der Persönlichkeit (Unruhe, Aggression, Stimmungsschwankungen)
  • mangelnde Fähigkeit zur Orientierung
  • beeinträchtigtes Kurzzeitgedächtnis
  • mangelndes Urteilsvermögen
  • Schwierigkeiten bei simplen Handlungen, etwa beim Bedienen eines Haushaltsgerätes usw.
  • Koordinationsschwierigkeiten, etwa unsicheres Gehen, häufiges Stürzen etc.
 

Symptome der Lewy-Body-Demenz

 

Bei der Lewy-Body-Demenz kommt es zu recht charakteristischen Symptomen: 

  • Störungen der Bewegungsabläufe
  • schwankende Aufmerksamkeit
  • optische sowie akustische Halluzinationen
  • Depressionen sowie
  • Schlafstörungen


Diese Form der Demenz kommt selten vor und ähnelt gewissermaßen der Alzheimer-Krankheit. 
 

Die Prognose 



Die primären Demenz Formen sind nicht heilbar. Das erklärte Ziel der Medizin ist, den Verlauf zu verlangsamen und die Symptome zu lindern, sodass die Lebensqualität möglichst aufrechterhalten wird. 

Bei der reversiblen Demenz ist es wichtig, dass die Diagnose möglichst früh erfolgt. Dann ist die Chance, dass die Begleiterscheinungen erfolgreich behandelt oder die Erkrankung sogar geheilt werden kann, relativ hoch. 
 

Demenz und unsere Gesellschaft



Da das steigende Alter ein großer Faktor für die Entstehung einer Demenz ist, sind vor allem ältere Menschen davon betroffen. Verbunden ist dies damit, dass viele dieser Betroffenen gleichzeitig pflegebedürftig werden, was regelmäßig eine Herausforderung für die verschiedenen Seiten des Umfeldes darstellt.
 
Der Qualität der Pflege, sei es in stationären Einrichtungen oder in der ambulanten Pflege, kommt daher eine große Bedeutung zu. 

Da Patienten ohnehin unter dem Mangel an Selbstständigkeit leiden, ist es wichtig, diesen das Gefühl von Selbstbestimmung zu geben, was ein hohes Maß an Feinfühligkeit im Umfeld bedarf.
 
Wichtig ist, die Betroffenen nicht ins gesellschaftliche Aus zu katapultieren, sondern sie nach wie vor in ein soziales Umfeld zu integrieren, um ihre Lebensqualität so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. 
 

Prävention: Wie lässt sich das Risiko senken?



In Deutschland ist die Demenz weitverbreitet: Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden hierzulande unter einer der Krankheitsformen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, welche Bedeutung den verschiedensten Präventionsmaßnahmen zukommt. 

Bekannt ist, dass das Demenz-Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Doch auch andere Faktoren können einen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit nehmen, vor allem 

  • chronischer Bluthochdruck
  • Diabetes
  • erhöhter Konsum von Alkohol
  • Rauchen sowie
  • Übergewicht


In erster Linie gilt es daher, diese bekannten Risikofaktoren für eine Demenz möglichst zu vermeiden. Verschiedene Studien liefern zudem Hinweise darauf, dass 

  • Sport und Bewegung sowie
  • eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung


das Demenz-Risiko senken können. Abgerundet wird die umfassende Demenz-Prävention durch 

  • geistige Forderung, etwa durch Gehirn-Jogging oder das Erlernen neuer Hobbys und Aufgaben, sowie
  • durch regelmäßige soziale Aktivitäten.


Auch wenn Studien nahelegen, dass genetische und geschlechtsbezogene Faktoren (Frauen leiden diesen zufolge häufiger unter Demenz) einen Einfluss auf die Entstehung haben, kannst du dennoch selbst etwas dafür tun, einen gewissen Schutz vor dieser Erkrankung aufzubauen. 

Achte also auf eine bewusste, gesunde Lebensweise und meide so weit es geht Risikofaktoren für Demenz, um dein Krankheits-Risiko größtmöglich zu senken!

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