Die Häufigsten Demenzformen im Überblick

Definition

Das lateinische Wort „Dementia“ bedeutet übersetzt „ohne Geist“. Und damit ist der Name für eine häufig auftretende Erkrankung in Deutschland auch recht passend gewählt: Die Demenz zeichnet sich nämlich hauptsächlich durch den Abbau diverser kognitiver Fähigkeiten aus.
 
Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass unter dem Begriff der Demenz verschiedene Demenzformen vereint werden, daher kann es auch zu unterschiedlichen Symptomen und Krankheitsverläufen bei den jeweiligen Krankheitsformen kommen. Der Begriff "Demenz" umfasst ca. 50 Formen von Demenz z.b. Alzheimer-Demenz oder die Vaskuläre-Demenz.
 
Die Erkrankung an einer Demenz bringt schwerwiegende folgen wie, Störungen der kognitiven Fähigkeiten oder Persönlichkeitsveränderung mit sich.
 

Häufigkeit

Weltweit leiden mehr als 50 Millionen Menschen an Demenz, wovon ca. 1,9 Millionen aus Deutschland stammen. Die Zahl der erkrankten wird sich bis ins Jahr 2050 vervielfachen, da die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland jedes Jahr um 50.000 Personen wächst. Die häufigste Demenzform ist mit einem Anteil von 60% die Alzheimer-Demenz.
 
Das Risiko an einer Demenz zu erkranken wird mit zunehmenden Lebensalter immer höher, wobei Frauen ein deutlich höheres Risiko an Demenz zu erkranken haben als Männer. Etwa 69% der Demenzerkrankungen betreffen Frauen. Menschen im Alter von 90 Jahren und älter sind zu 40% von einer Demenz betroffen und haben somit den höchsten Anteil an erkrankten.
Demenz-Risiko
 

Welche Demenzformen gibt es?

Als Demenz bezeichnen Mediziner allgemein Krankheitsbilder, die mit dem Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist also nur eine Form der Demenz. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Demenzformen, die mehr oder weniger häufig vorkommen.
 
Denn auch wenn Alzheimer die wohl bekannteste Demenzform ist, ist sie nicht die einzige. Allgemein werden die Demenzformen in primär (hirnorganisch/kortikaler) und sekundär (nicht-hirnorganisch) eingeteilt. 

Primäre Formen

Die primären Demenzformen machen 90% aller Demenzerkrankungen aus. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie zumeist irreversibel, also nicht heilbar sind. Sie werden auch als hirnorganische Demenzen bezeichnet, da die Ursache für diese Demenzformen immer das Absterben der Nervenzellen im Gehirn ist. 
 
Eine der bekanntesten primären Formen ist die Alzheimer-Krankheit, die ungefähr 60-65% der Krankheitsfälle ausmacht. Alzheimer geht mit degenerativen Prozessen im Gehirn einher. Da die Nervenzellen zerstört werden, ist die Krankheit nicht reversibel. 

Darüber hinaus gibt es die Vaskuläre Demenz, also gefäßbedingte Demenz Formen, die ca. 20-30% der Erkrankungen ausmachen. Etwa 15% der an Demenz Erkrankten leiden unter einer kombinierten Form aus gefäßbedingter Demenz und Alzheimer. 

Zu den primären Demenzen gehören außerdem die Lewy-Körperchen-Demenz sowie die Frontotemporale Demenz, welche den Stirn- und Schläfenlappen befällt. Diese beiden Formen kommen jedoch sehr selten vor.
Primäre-Demenzformen, Diagramm

Sekundäre Formen

Zu den sekundären Demenzformen zählen Mediziner solche Demenzerkrankungen, die eine Folge einer anderen Krankheit sind, die in den meisten Fällen nicht im Hirn begründet ist. Zu diesen zählen ungefähr 10% der Demenzerkrankungen. Diese Demenzen können behandelt werden, da sich die Behandlung auf die Grunderkrankung bezieht. Nur etwa 5-15% aller Krankheitsfälle werden durch weitere, seltenere Formen der Demenz verursacht, beispielsweise die Parkinson-Demenz.
 
Zu den sekundären Demenzformen zählen:
  • Parkinson Demenz
  • Traumatische Demenz
  • Toxische Demenz
  • Hypotoxische Demenz
  • Infektiöse Demenz
  • Endokrinologische Demenz
 

Welche Ursachen kommen infrage?

Da es sich in den meisten Fällen um eine primäre Demenz handelt treten Veränderungen im Gehirn (Neurodegeneration) auf, wobei die Nervenzellen im Gehirn absterben. Bei einer Demenz passieren gleich mehrere Dinge gleichzeitig, allerdings sind die Gründe von der Demenzform abhängig und oft nicht vollständig bekannt.

  • Es kommt zum Absterben von Nervenzellen im Hirn.
  • Die Kommunikation zwischen Nervenzellen untereinander wird erschwert.
  • Meist schrumpft das Gehirn darum auch – oftmals um bis zu 20%.

 

Ursachen von Alzheimer

Die Ursachen der häufig vorkommenden Alzheimer Demenz sind wissenschaftlich noch nicht komplett erforscht. Was Mediziner allerdings wissen: Es handelt sich hierbei um eine neurodegenerative Krankheit. Das heißt, dass der Abbau der Nervenzellen im Gehirn fortschreitet.
 
Zudem ist belegt, dass es bei Alzheimer-Patienten zu Ablagerungen von Plaques und Fibrillen im Hirn kommt. Unter Fibrillen versteht man sogenannte „Tau-Proteine“. Diese kommen in Ansammlungen zwischen den Zellen vor und sind von faden ähnlichem Aufbau. Plaques hingegen sind Ablagerungen, die außerhalb von Nervenzellen zu finden sind und aus beta-Amyloid, einem speziellen Eiweiß, bestehen. Diese beiden Proteine sollen gemeinsam ursächlich sein für den Abbau der kognitiven Fähigkeiten, welcher die Alzheimer-Krankheit auszeichnet. 
 
Die Alzheimer-Demenz kann durch Vorerkrankungen entstehen (65% der Betroffenen), dazu zählen Diabetes oder Bluthochdruck. 30% der Alzheimer Fälle entstehen durch genetische Faktoren und 5% durch eine familiäre Alzheimer-Demenz (Vererbung).
 

Ursachen der Vaskulären-Demenz

Die Ursache der vaskulären (gefäßbedingten) Demenz ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn der Patienten, welche zu einem Abbau der Nervenzellen führt, weil durch die Blutgefäßsysteme nicht mehr genug Sauerstoff in die Gehirnzellen transportiert werden kann.
 
Hierfür kommen verschiedene Gründe infrage:
  • hoher Blutdruck
  • Diabetes (Typ II)
  • Hirnblutungen
  • Hirninfarkte durch gefäßverstopfende Blutgerinnsel und
  • Arterienverkalkung
 

Ursachen der Lewy-Körper-Demenz

Die Lewy-Körper Demenz entsteht durch kleine Proteineinschlüsse in den Nervenzellen des Gehirns die den Hirnstamm und Großhirnrinde betreffen und die Verbindung der Nervenzellen unterbricht. Die Proteineinschlüsse entstehen durch das Protein "α-Synuclein" und werden auch "Lewy-Körperchen" genannt.
 

Ursachen der Frontotemporalen-Demenz

Die Ursachen der Frontotemporalen Demenz sind weitgehend unerforscht. Die Mutation des PSEN1-Genes macht ca. 10% der Betroffenen aus, teilweise sind auch genetische Faktoren für eine Erkrankung verantwortlich.
 

Ursachen von Sekundären Demenzen

Die sekundären Demenzen sind Demenzerkrankungen, die durch andere Krankheiten oder Medikamente verursacht werden. Erkrankungen, die eine sekundäre Demenz hervorrufen können sind:
 
  • Erkrankungen des Stoffwechsels
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Vergiftungen, durch Medikamente, Drogen oder Alkohol
  • Vitaminmangel
  • Depression
  • Infektionen (HIV)
 

Risikofaktoren

Das Risiko an einer Demenz zu erkranken steigt mit zunehmenden Lebensalter (ca. 65% der Fälle) und den genetischen Voraussetzungen an. Frauen haben ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken, da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Depressionen, Rauchen, Diabetes mellitus, Übergewicht und fehlende soziale Kontakte.
 

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf einer Demenz zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass sich zunächst das Kurzzeitgedächtnis verschlechtert und im weiteren Verlauf auch das Langzeitgedächtnis unter den Veränderungen im Gehirn leidet. Je nachdem, welche Demenz Form vorliegt, ist ein anderes Gehirnareal von den Umbauprozessen betroffen. Es kommt darauf an, für welche Tätigkeiten dieses Areal von Bedeutung ist. Im weiteren Krankheitsverlauf verändert sich die Persönlichkeit des Betroffenen und die Einschränkungen werden das Leben immer mehr beeinflussen.
 
Der Verlauf einer Demenz wird in 3 Stadien unterteilt:
  • Frühes Stadium
  • Mittleres Stadium
  • Spätes Stadium
 
Im frühen Stadium bemerken häufig nur die Betroffenen selbst, dass ihre geistigen Fähigkeiten sich verändern. Sie können ihren Alltag noch alleine meistern.
 
Im mittleren Stadium wird das Langzeitgedächtnis verstärkt beeinträchtigt und die Krankheit ist auch nach außen hin deutlich wahrnehmbar. Das Lösen von vertrauten Aufgaben wird schwieriger.
 
Im späten Stadium kommt es zusätzlich zu einem körperlichen Abbau. Die Betroffenen erkennen Angehörige nicht mehr und sind vollständig auf Hilfe angewiesen.

 

Verlauf der Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Erkrankung verläuft typischerweise in fließend ineinander übergehenden Stadien. Hin und wieder kommt es aber auch zu wechselhaften Verläufen mit Verbesserungen und Verschlimmerungen. Selten treten Alzheimer-Symptome sehr akut und spontan auf.

Alzheimer Patienten werden durch den Verlust der Nervenzellen zunehmend verwirrter und orientierungsloser, da das Kurzzeitgedächtnis als erstes betroffen ist. Im späteren Verlauf wirkt sich Alzheimer auf das Langzeitgedächtnis aus.

Alzheimer Verlauf Gehirn

Verlauf der Vaskulären-Demenz

Die Vaskuläre Demenz entwickelt sich nicht wie Alzheimer kontinuierlich weiter, da die Krankheitsmechanismen unterschiedlich sind. Der Verlauf ist meist schubweise, wodurch sich die Symptome plötzlich abrupt verschlechtern, verbessern oder stagnieren können. Im späten Verlauf ähnelt sie der Alzheimer-Demenz, Patienten werden bettlägerig und benötigen Hilfe bei der Alltagsbewältigung.

 

Verlauf der Frontotemporalen-Demenz

Im Anfangsstadium verhalten sich Betroffene sehr aggressiv und Antriebslos gegenüber anderen Personen, im späten Stadium ändert sich ihr Verhalten in Müdigkeit und sozialen Rückzug. Die Frontotemporale-Demenz führt zu starken Gedächtnisschwächen und Bettlägerigkeit.

 

Symptome

Die typischen Demenz Symptome hängen unter anderem davon ab, um welche Demenzform es sich bei einem Patienten handelt. Generell verlaufen viele Demenzformen sehr lange – oftmals über viele Jahre hinweg – ohne Symptome. Die Symptome betreffen die Sprache, die Aufmerksamkeit und schließlich auch den Körper der Betroffenen. 

Alzheimer-Symptome

Die Alzheimer-Erkrankung zeichnet sich zu Beginn durch leichte Gedächtnisschwäche aus. Es kann zu Wortfindungsschwierigkeiten kommen, viele Betroffene verlieren beim Sprechen immer häufiger den Faden und wissen nicht mehr, was sie sagen wollten. Auch suchen sie häufig Gegenstände, die sie verlegt haben. 

Ein typisches Alzheimer-Symptom ist auch Orientierungslosigkeit. Hinzu können Antriebsschwäche und Müdigkeit sowie eine Verlangsamung verschiedener Tätigkeiten kommen, etwa beim Sprechen, Denken oder auch beim Bewegen. Viele Menschen reagieren auf diese Veränderungen mit aggressivem, gereiztem Verhalten, während andere sich zurückziehen oder depressive Anzeichen zeigen. 

Im mittleren Stadium zeigen sich Symptome wie starke Gedächtnisstörungen, die auch Ereignisse betreffen, die sich erst kürzlich ereignet haben. 

Ein Hauptsymptom des späteren Stadiums ist, dass Probleme bei simplen Vorgängen auftauchen und die Selbstständigkeit verloren geht. So kommt es etwa zu Schwierigkeiten beim Kochen, bei der Körperpflege oder beim Einkaufen. Damit einher gehen oft ein stark ausgeprägter Bewegungsdrang und eine innere Unruhe. Bekannte Personen werden nicht immer erkannt. 
Alzheimer-Demenz Symptome

Symptome der Vaskulären-Demenz

Charakteristisch ist, dass die Symptome meistens plötzlich auftreten und nicht, wie bei der Alzheimer-Erkrankung, schleichend. Die Symptome richten sich hier stark nach dem betroffenen Gehirnareal und können deuten nicht immer auf eine Vaskuläre Demenz hin, da diese Anzeichen ebenfalls durch andere Ursachen ausgelöst werden können.
 
  • Sprach- und Wortfindungsstörungen
  • Veränderungen der Persönlichkeit (Unruhe, Aggression, Stimmungsschwankungen)
  • mangelnde Fähigkeit zur Orientierung
  • beeinträchtigtes Kurzzeitgedächtnis
  • mangelndes Urteilsvermögen
  • Schwierigkeiten bei simplen Handlungen, etwa beim Bedienen eines Haushaltsgerätes usw.
  • Koordinationsschwierigkeiten, etwa unsicheres Gehen, häufiges Stürzen etc.
 

Symptome der Lewy-Körper-Demenz

Bei der Lewy-Körper-Demenz kommt es zu recht charakteristischen Symptomen, die bereits bei Krankheitsbeginn sehr stark auftreten und mit zunehmenden Krankheitsverlauf weiter verstärkt werden. Diese Demenzform kommt selten vor und ähnelt gewissermaßen der Alzheimer-Krankheit. 

  • Störungen der Bewegungsabläufe
  • schwankende Aufmerksamkeit
  • optische sowie akustische Halluzinationen
  • Depressionen sowie
  • Schlafstörungen

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung mit einer Demenz liegt im Durchschnitt bei ca. 8 Jahren, nachdem eine Diagnose gestellt wurde. Personen die vor dem 65. Lebensjahr an Demenz erkranken leben oft noch länger als 10 Jahre, bei einem Erkrankungsalter über 80 Jahren liegt die Lebenserwartung allerdings nur noch bei 2-4 Jahren. Bei einer Vaskulären Demenz ist die Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Demenzformen deutlich geringer.
 

Diagnoseverfahren

Um eine voreilige Diagnose zu verhindern ist das Diagnoseverfahren, um eine Demenz festzustellen, ein Prozess über 6 Monate, da typische Symptome auch durch Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten entstehen können. Das Diagnoseverfahren wird von Neurologen oder in einer Gedächtnisambulanz durchgeführt, wohin die Person von ihrem Hausarzt verwiesen wird. Das Diagnoseverfahren orientiert sich am Krankheitskatalog des ICD "International statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme".
 
Das Diagnoseverfahren wird in 2 Phasen aufgeteilt:
 
  1. Feststellung der Demenz Symptome
  2. Differentialdiagnostik (Unterscheidung von anderen Demenzformen/Krankheiten)

 

Diagnose bei Alzheimer

Eine Alzheimer-Demenz kann durch folgende Testverfahren festgestellt werden:
  • Anamnese
  • Labordiagnostik
  • Bildgebende Verfahren
  • Liquordiagnostik
  • Gentests
  • Körperliche Untersuchung
  • Psychometrische Tests

Diagnose bei Vaskulärer-Demenz

Folgende Testverfahren werden zur Feststellung einer Vaskulären Demenz angewendet:

  • Gedächtnistests
  • Bildgebende Verfahren
  • Gentests
  • Labordiagnostik
  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchungen

Diagnose bei Lewy-Körper-Demenz

Da die Lewy-Körper-Demenz und die Alzheimer-Demenz sehr ähnliche Symptome haben ist eine eindeutige Diagnose sehr aufwendig und kann oft erst nach dem Tod des Menschen gestellt werden. Um eine Lewy-Körper-Demenz zu diagnostizieren, müssen mindestens 2 von 3 der folgenden Kriterien erfüllt sein:
 
  • Schwankungen zwischen Aufmerksamkeit und Wachheit
  • Halluzinationen
  • Parkinsonismus

Um die Lewy-Körper-Demenz von anderen Demenzformen zu unterscheiden werden folgende Testverfahren angewendet:

  • SPECT-Scan
  • Depressionsscreening

 

Therapie & Behandlung

Da eine Erkrankung an einer Primären Demenz nicht heilbar ist, zielt die Behandlung auf die Verzögerung des Krankheitsverlaufs und die Linderung der Symptome ab. Je nachdem in welchem Stadium sich der Betroffene befindet, fördert eine Therapie die Linderung der Symptome mehr oder weniger stark.

Die Therapiemaßnahmen werden in Absprache mit dem Patienten bestimmt, da das Stadium, Bedürfnisse und Lebenssituation des Patienten von Bedeutung sind um zu entscheiden, ob eine Behandlung mit Medikamenten oder ohne den Einsatz von Medikamenten durchgeführt werden soll.

 

Behandlung mit Medikamenten

Eine medikamentöse Behandlung wird im Anfangs- und mittleren Stadium einer Demenz angewendet, um weitere gesundheitliche Schäden zu verhindern und die Leistungsfähigkeit des Betroffenen zu stabilisieren. Bei einer Behandlung mit Medikamenten werden folgende Medikamente angewendet:

 

  • Antidementiva, um die Produktion des Botenstoffs Acetylcholin zu stabilisieren, da sonst Orientierung und Konzentration nicht möglich ist.
  • Memantin, um die Schädigung der Nervenzellen vorzubeugen und die Lern- und Gedächtnisleistung weiterhin aufrechtzuerhalten.
  • Antidepressiva, Antipsychotika und Psychopharmaka werden verwendet um depressive Verstimmungen und psychische Beschwerden einzudämmen.
  • Neuroleptika wirken beruhigend gegen Begleiterscheinungen einer Demenz.
  • Ginkgo-biloba fördert das Gedächtnis und kann bei regelmäßiger Einnahme Depressionen lindern.

 

Behandlung ohne Medikamente

Durch eine Behandlung ohne Medikamente sollen die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten bewahrt werden um einen lebenswerten Alltag gewährleisten zu können. Diese Behandlungsmaßnahmen sollen die Körperliche und geistige Fitness verbessern und das Wohlbefinden stabilisieren.

 

  • Soziale Aktivitäten wirken der Apathie entgegen und fördern die Lebensqualität des Betroffenen und der Angehörigen.
  • Ergotherapie, um Bettlägerigkeit zu verzögern und die Mobilität im Alltag zu bewahren.
  • Gedächtnistraining, um die Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit und das Denken zu trainieren.
  • Verhaltenstherapien zielen auf das Erlernen von Problemlösungstechniken ab, die die Alltagsbewältigung des Betroffenen vereinfachen werden.
  • Durch das Realitäts-Orientierungs-Training (ROT) wird die Zeit-Raumorientierung verbessert, indem z.b. Namensschilder oder Kalender platziert werden.
  • Eine Emotionsorientierte Therapie setzt an den Gefühlen und Erfahrungen des Menschen an und kann Folgeerkrankungen wie Depressionen mildern.
  • Eine Umstellung der Ernährung auf die Mittelmeerküche kann sich positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken.
  • Die Musiktherapie wird verwendet, um den Patienten durch das Hören vertrauter Musikinstrumente oder Lieder zu beruhigen und positive Erinnerungen hervorzurufen.

Prävention: Wie lässt sich das Risiko senken?

In Deutschland ist die Demenz weitverbreitet: Etwa 1,9 Millionen Menschen leiden hierzulande unter einer der Demenzformen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, welche Bedeutung den verschiedensten Präventionsmaßnahmen zukommt.  Bekannt ist, dass das Demenz-Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Doch auch andere Faktoren können einen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit nehmen:

  • Chronischer Bluthochdruck
  • Diabetes
  • erhöhter Konsum von Alkohol
  • Rauchen
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Übergewicht

In erster Linie gilt es daher, diese bekannten Risikofaktoren für eine Demenz möglichst zu vermeiden. Verschiedene Studien liefern Hinweise darauf, dass folgende Maßnahmen das Demenz-Risiko senken können:

  • Sport und Bewegung
  • Ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung
  • Geistige Forderung, durch Gehirn-Jogging oder das Erlernen neuer Hobbys und Aufgaben
  • Soziale Aktivitäten

Auch wenn Studien nahelegen, dass genetische und geschlechtsbezogene Faktoren (Frauen leiden diesen zufolge häufiger unter Demenz) einen Einfluss auf die Entstehung haben, kannst du dennoch selbst etwas dafür tun, einen gewissen Schutz vor dieser Erkrankung aufzubauen. Achte also auf eine bewusste, gesunde Lebensweise und meide so weit es geht Risikofaktoren für Demenz, um dein Krankheits-Risiko größtmöglich zu senken!
 

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Alzheimer Loswerden

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