Depression oder Alzheimer? Entstehung und Unterschiede

 
Viele Menschen sind Angehörige von Erkrankten oder sogar selbst direkt an Depressionen beziehungsweise an Alzheimer erkrankt. Sind sie nicht unmittelbar betroffen, kennen sie meistens Fälle aus dem Bekanntenkreis. 

Die Symptome der Erkrankungen Alzheimer und Depression sind nicht immer eindeutig voneinander abzugrenzen. Die Krankheitsbilder verlaufen teilweise ähnlich, gleichzeitig bestehen Unterschiede.

 

Das Risiko für beide Krankheiten steigt mit zunehmendem Alter an. Parallele und verschiedene Merkmale sollen an dieser Stelle differenziert aufgeführt werden. 

 

Entstehung von Alzheimer und Depression

 

 

Beide Krankheiten verändern die psychische Verfassung des Patienten. Sowohl Neurologen als auch Psychiater können die Diagnose stellen. Das Entstehen der Erkrankungen ist oftmals genetisch bedingt, da die Betroffenen durch Eltern oder Verwandte erblich vorbelastet sind.

Beide Erkrankungen können den Patienten gleichzeitig betreffen, was eine besonders hohe Belastung darstellt. 

 

Alzheimer

 

Die Alzheimer-Krankheit zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen Nervenzellen absterben. 

Die Alzheimer-Krankheit setzt fast ausschließlich im Alter von über 65 Jahren ein. Fälle mit einem vorzeitigen Beginn sind ebenfalls bekannt. Die Alzheimer-Krankheit ist ein schleichender Prozess.

 

Depression

 

Das Hirn wird bei einer depressiven Erkrankung nicht geschädigt. Dennoch können bei einer neurologischen Untersuchung auch bei einigen depressiven Patienten Veränderungen in der Hirnstruktur festgestellt werden.

An einer Depression können junge wie alte Menschen erkrankt sein. Betroffene von Depressionen gelten als Risikogruppe für Alzheimer Erkrankungen im fortgeschrittenen Alter.

Verlust der Arbeit führt zu depressiven Erkrankungen

Einer depressiven Erkrankung gehen häufig Erlebnisse voraus, die eine Entstehung verursachen (Verlust des Arbeitsplatzes, Geldsorgen etc.).

Die Entwicklung von leichten zu schwerwiegenden Depressionen vollzieht sich hingegen ebenfalls schrittweise und ähnelt darin dem Verlauf von Alzheimer Fällen. 

 


Symptome 

 

 

Gemeinsamkeiten

 

Gemeinsamkeiten sind affektive Symptome wie anhaltende Traurigkeit, Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit. Sowohl Betroffene von Alzheimer als auch von Depressionen weisen diese Veränderungen auf.

Beide Krankheiten können die Gefühlswelt des Patienten so negativ beeinflussen, dass er sich völlig teilnahmslos verhält. Angehörige oder Betreuer können der Entwicklung entgegenwirken, indem sie den Betroffenen zu einer (leichten) Tätigkeit ermutigen, ohne Druck auszuüben.

Psychotische Ausfälle wurden bei beiden Erkrankungen beobachtet. Im Zusammenhang mit Depressionen ist von Psychosen die Rede. Bei Alzheimer sprechen Fachärzte dagegen von Delir. Sie gehen mit Angstzuständen, Halluzinationen und Wahnideen einher.

Ein verbreitetes Verhalten sind Misstrauen gegenüber wohlmeinenden Personen, Aggressivität und gewalttätige Handlungen.

Die motorischen Abläufe verlangsamen sich und neurologische Symptome wie Zittern, Nervosität und Unruhe treten vermehrt auf.

 

Alzheimer Demenz

 

Alzheimer Patienten verlernen mit der Zeit bestimmte gesellschaftliche Umgangsformen. Es treten Psychotische Ausfälle (Delir) wie Angstzustände, Halluzinationen und Wahnideen auf.

Anhaltende Traurigkeit, Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit sind Symptome einer Alzheimer Demenz.

Verhaltensweisen wie Misstrauen, Aggressivität und gewalttätigen Handlungen gegenüber wohlmeinenden Personen sind ein verbreitetes Verhalten. Die Tendenz liegt jedoch bei Alzheimer Kranken in einem abwehrenden Verhalten

Alzheimer Betroffene suchen die Ursachen für ihre Situation bei ihrem Umfeld. Sie beschuldigen ihr Umfeld und begegnen ihm feindselig.

Im späteren Stadium der Alzheimer-Krankheit kommen Sprach- und Bewegungsschwierigkeiten hinzu und das logische Denken lässt nach.

Die motorischen Abläufe verlangsamen sich und neurologische Symptome wie Zittern, Unruhe und Nervosität treten immer häufiger auf. Die Vergesslichkeit nimmt ebenfalls immer stärker zu.

 

Depressionen

 

Depressive sind sich üblicherweise auch bei einem schweren Krankheitsbild über ein angemessenes Miteinander im Klaren. Sie wenden korrekte Umgangsformen mitunter bewusst nicht an, beispielsweise als Ausdruck von Unmut. 

Psychotische Ausfälle haben eine Psychose zur folge, welche mit Angstzuständen, Halluzinationen und Wahnideen einher geht.

Depressive neigen zu einem klagenden Verhalten, des weiteren treten Verhaltensweisen wie Aggressivität, Misstrauen und Gewaltbereitschaft auf. Freudlosigkeit an eigentlich geliebten Tätigkeiten ist ebenfalls ein Kriterium für eine depressive Erkrankung. 

Schuldgefühle weisen fast nur Patienten mit Depressionen auf, sie suchen die Ursache für ihre Situation bei sich selbst ('ich habe versagt, ich bin schlecht, nur wegen mir macht sich meine Familie Sorgen'). 

Mann gibt sich die Schuld an Depressionen

Depressive Patienten haben keine Probleme, sich verbal auszudrücken. Ihre Fähigkeit zum logischen Denken ist nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die Stimmlage klingt bei einem Depressiven dennoch häufig leise und monoton. Dem Gesprächspartner fällt es oftmals schwer, den Erkrankten akustisch zu verstehen.

Die motorischen Abläufe verlangsamen sich zudem nicht nur bei Alzheimer Betroffenen, sondern auch bei vielen Depressionspatienten.

Zu den neurologische Symptomen zählen Zittern, Nervosität und Unruhe. Sie werden bei beiden Krankheiten dokumentiert. Einzig die kognitiven Elemente wie Vergesslichkeit fehlen bei einer Depression.

Es gibt jedoch einen Sonderfall, der in der folgenden Rubrik beleuchtet wird. 

 

 

Verborgene Depression - die Pseudodemenz

 

 

Aufgrund der ähnlichen Verläufe wird bei vielen Betroffenen eine falsche Diagnose gestellt. Dies ist besonders bei der Pseudodemenz der Fall. Die Verhaltensmuster decken sich annähernd mit der Alzheimer Erkrankung. Bedrücktheit oder Schwermut stehen nicht im Vordergrund.

Tatsächlich ist aber eine depressive Erkrankung die Ursache für Vergesslichkeit, Verwirrtheitszustände und Konzentrationsschwierigkeiten.

Bei solchen Symptomen empfiehlt sich zunächst eine eingehende Untersuchung bei der Neurologie. Zusätzlich sollte der Patient bei einem Psychiater vorstellig werden. Auf diese Weise können die Fachärzte eine Differentialdiagnose stellen. 

 


Behandlungsmöglichkeiten

 


Alzheimer-Patienten werden zu Hause oder im Altersheim betreut. Leicht bis mittelschwer Depressive leben meistens in der eigenen Wohnung, sofern sie noch in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.

Pflegebedürftige Person im Altersheim, Alzheimer, Depressionen

Ein Klinikaufenthalt ist erst dann angezeigt, wenn sie ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr nachgehen können, sich aus freiem Willen zum Aufenthalt entscheiden oder wenn eine akute Gefahr für sie selbst oder für andere besteht (Suizidgefährdung).

Schwere Depressionen erfordern in vielen Fällen eine Einweisung in die Psychiatrie mit professioneller Betreuung. Alzheimer Kranke können ebenfalls suizidgefährdet sein. Die Maßnahmen sind in solchen Fällen dieselben wie bei Depressionen. Ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Abteilung ist auch hier notwendig.

Es besteht die Möglichkeit für eine Kurzzeitpflege. Sie wird oft von Angehörigen angenommen, die verreisen möchten und den Erkrankten für diese Zeit in dafür vorgesehenen Einrichtungen unterbringen. Dies betrifft vor allem Alzheimer Patienten, die ständige Betreuung brauchen.

Pflegende Angehörige von Depressiven nehmen dieses Angebot seltener wahr. Bei schweren Depressionen ist eine solche Unterbringung wiederum notwendig, denn auch diese Betroffenen sind auf Hilfe angewiesen. 

 


Prognose

 


Alzheimer ist nicht heilbar. Die Krankheit schreitet voran. Ein stabiles soziales Umfeld, gesunde Ernährung und mentale Übungen können den Verlauf hingegen verzögern.

Die Prognosen für eine Depression hängen von der Ausprägung ab. Leichte bis mittelschwere Verläufe lassen sich meistens mit Erfolg behandeln. Eine Psychotherapie und / oder die Vergabe von Psychopharmaka erzielen günstige Ergebnisse. Die Patienten lernen, mit der Krankheit zurechtzukommen. 

Gespräch mit einem Therapeuten

Schwere Depressionen begleiten den Betroffenen häufig ein Leben lang. Der Alltag ist für einen schwer depressiven Patienten kaum aus eigener Kraft zu bewältigen. Ähnlich wie Alzheimer Kranke benötigen auch schwer Depressive Hilfe bei den alltäglichen Abläufen.

Bei Tätigkeiten wie Essen zubereiten, Einkaufen oder Ankleiden muss ein Verwandter oder eine Pflegekraft unterstützend zur Seite stehen. Beide Krankheiten wirken sich nicht allein auf den Betroffenen, sondern immer auch auf nahestehende Personen aus.

In Selbsthilfegruppen haben Patienten wie Angehörige die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Tagesstätten erfüllen den gleichen Zweck. Solche Kontakte wirken sich sehr positiv aus und können den jeweiligen Krankheitsverlauf günstig beeinflussen

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