Kurzzeitgedächtnis – Tipps zur Verbesserung

Der Begriff Kurzzeitgedächtnis kommt aus der Psychologie und dient der Abgrenzung zum Langzeitgedächtnis. Das Kurzzeitgedächtnis ist für die Alltagsbewältigung von großer Bedeutung, da es für aufgaben, wie das Aufschreiben einer Telefonnummer benötigt wird.

Wie funktioniert das Kurzzeitgedächtnis?

Das Kurzzeitgedächtnis wirkt als Erinnerungsmechanismus, der eine begrenzte Informationsmenge für einen kurzen Zeitraum speichert. Der Begriff "Kurzzeitgedächtnis" stammt aus der Psychologie und dient der Abgrenzung zum Langzeitgedächtnis.
 
Die Sinnesorgane nehmen Informationen auf, die zunächst im Ultra-Kurzzeitgedächtnis gespeichert und wie durch einen Filter bewertet werden. Informationen, die von Bedeutung sein können, werden zur näheren Auswertung an das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet. Alle anderen Informationen werden vergessen. 
Gedächtnis Vorgang, Kurzzeitgedächtnis
Wenn Sie beispielsweise eine angesagte Telefonnummer aufschreiben möchten, nutzen Sie Ihr Kurzzeitgedächtnis, dies gilt ebenso für das Kopfrechnen.
 
Die im Kurzzeitgedächtnis als relevant eingestuften Informationen werden über Zwischenspeicher ins Langzeitgedächtnis transportiert und dort gespeichert. Dieser Mechanismus trägt der begrenzten Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses Rechnung.
 
Das Kurzzeitgedächtnis wird auch als Arbeitsgedächtnis bezeichnet. Über das Kurzzeitgedächtnis sind Informationen verfügbar, die kurzzeitig im Rahmen der Alltagsbewältigung benötigt werden. Dadurch ist eine Erinnerung an unmittelbar vorausgegangene Situationen und Ereignisse möglich.
 
Die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses geht mit zunehmendem Alter, etwa ab dem 26. Lebensjahr, zurück. Ebenso sind Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses durch Erkrankungen wie Alzheimer, Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma sowie durch Stress möglich.
 

Altersbedingte Einschränkungen

Im Alter kommt es zu körperlichen Abnutzungserscheinungen, dies gilt ebenso für das Gehirn. Der Stoffwechsel funktioniert außerdem langsamer und die Ess- und Trinkgewohnheiten verändern sich. Dadurch können Nährstoffdefizite entstehen.

Eine leichte Minderung der Hirnfunktion bewirkt auch Einschränkungen beim Kurzzeitgedächtnis. Davon sind die Informationsmenge und Speicherdauer betroffen. Um die Merkfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses nutzen zu können, müssen neue Informationen häufiger wiederholt werden.

Manchmal können wichtige Informationen wie ein kurz abgelegter Autoschlüssel zunächst einmal nicht aufgerufen werden. In den meisten Fällen gelingt die Erinnerung zeitversetzt dann doch noch.

Anders als bei einer Erkrankung wie Alzheimer, tritt keine erhebliche Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung ein. Die Denk- und Erinnerungsfähigkeit bleibt, wenn auch eingeschränkt, im Wesentlichen erhalten.


Welche Auswirkung hat Alzheimer?

Als spezielle und häufigste Form der Demenz bewirkt eine Erkrankung an Alzheimer eine zunehmende Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. Die Folgen dieser prozesshaften Entwicklung sind gravierend.

Die Hirnleistungsfähigkeit wird durch einen Funktionsausfall von Nervenzellen und Nervenzellkontakten reduziert. Spezielle Eiweißablagerungen beeinträchtigen die erforderliche Versorgung der Gehirnzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff. Dadurch wird die Alltagsbewältigung der Betroffenen immer stärker eingeschränkt.

Die individuell ausgeprägte Erkrankung führt im späten Stadium zur Hilfsbedürftigkeit. Die Nervenschädigungen führen zu einem Hirnschrumpfungsprozess, der in einer bildgebenden Untersuchung deutlich festgestellt werden kann.

Der gestörte Informationstransport zum Gehirn wird hauptsächlich durch die Beeinträchtigung des Botenstoffs Acetylcholin verursacht.

 

Anzeichen von Alzheimer

Eine Vielzahl von klassischen Anzeichen weisen auf eine Erkrankung an Alzheimer hin. Es kommt zu Persönlichkeitsveränderungen und letztlich zur Hilfsbedürftigkeit.

 

Störungen des Denk- und Erinnerungsvermögens

Häufiges Vergessen von Telefonnummern, Namen oder Terminen. Ebenso deutet das Verlegen wichtiger Gegenstände wie Geldbörse, Haustürschlüssel oder Brille auf eine Alzheimer-Erkrankung hin. Ein Auffinden verlegter Gegenstände erfolgt nur noch per Zufall. Das Lösen einfacher Rechenaufgaben wird immer schwieriger bis unmöglich.

 

Orientierungsschwierigkeiten

Ziele in der unmittelbaren Umgebung und eine Rückkehr von diesen Orten nach Hause werden zu einem Problem.

 

Sprachstörungen

Das Sprechen wird durch auffällig häufige Pausen und der Suche nach Wörtern unterbrochen.

 

Stimmungsschwankungen 

Es kann zu depressiven oder aggressiven Verhaltensweisen kommen.

 

Teilnahmslosigkeit

Die Passivität nimmt im Alltag kontinuierlich zu. Ein soziales Leben finden immer weniger statt. Die Kommunikationsbereitschaft lässt zunehmend nach.


Tipps zur Verbesserung

Die Verbesserungsmöglichkeiten richten sich jeweils im Einzelfall nach der Ursache der Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. Bei einer Erkrankung ist aufgrund der Symptome und Tests im Regelfall bereits eine Diagnose möglich.

 

Verbesserung bei altersbedingten Einschränkungen

Bei einem altersbedingten Leistungsrückgang sollten Nährstoffdefizite und eine mangelnde Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen werden. Gezielte Übungen zur Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses können bei regelmäßiger Anwendung erfolgreich sein.

Herzustellende Verbindungen werden wieder schneller und effizienter. Dieses Ziel kann zusätzlich durch einen gesunden Lebensstil wie ausreichender Schlaf gefördert werden.

 

Verbesserung bei Depressionen

Gegen Depressionen, die zum Leistungsrückgang beim Kurzzeitgedächtnis führen, kann eine fachärztliche Behandlung Lösungen aufzeigen. Stress als Auslöser sollte nach Möglichkeit reduziert oder vermieden werden.

Ist dies nicht möglich, sollte ein verträglicher Umgang mit den Stressfolgen angestrebt werden. Dazu können Maßnahmen zum entspannenden Ausgleich oder Einstellungsänderungen dienen.

 

Verbesserung bei Alzheimer 

Der Eintritt von Gedächtnisstörungen als Folge einer Erkrankung an Alzheimer kann lediglich verzögert werden. Im Unterschied zu normalen altersbedingten Einschränkungen der Hirnleistung nimmt ein Alzheimer Patienten dieses Defizit nicht bewusst wahr.

Strategien und Hilfen können einen Beitrag zur Lebensqualität des Erkrankten leisten. Neben Medikamenten und Gehirn stimulierenden Beschäftigungen können verschiedene Maßnahmen zur Alltagsbewältigung hilfreich sein. Sicherheitsfragen sind bei Gedächtnisproblemen besonders wichtig.

 

Gedächtnishilfen

Verschiedene kleine Gedächtnishilfen können Gefahren und Vergesslichkeit entgegenwirken. Dazu dienen an geeigneten Stellen sichtbar angebrachte selbstklebende Hinweisschilder. Darauf können Appelle wie „Ofen ausschalten“ oder „Vor dem Verlassen der Wohnung Schlüssel mitnehmen“ vermerkt sein.

 

Organisationsverbesserung

Durch Organisationsverbesserungen wie das Erstellen einer Liste oder Führen eines Kalenders können Probleme des Kurzzeitgedächtnisses in den ersten Phasen der Erkrankung reduziert werden. Damit Brillen oder Schlüssel wiedergefunden werden, empfiehlt sich hierfür ein spezieller Ablageplatz.
 
Eine Notfallabsicherung gegen verlorene Haustürschlüssel kann der beim Nachbarn deponierte Ersatzschlüssel sein. Wenn der Weg zum Geschäft um die Ecke nur noch schwer zu finden ist, lohnt sich auf diesem Weg die Mitnahme eines Handys.
 

Soziale Aktivitäten

Durch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen können wertvolle Erfahrungen anderer in Erfahrung gebracht werden.

Wenn es die persönlichen Voraussetzungen zulassen, sollten regelmäßige Aktivitäten zur Durchblutung des Gehirns durchgeführt werden. Dazu zählen Spaziergänge, Walken, Tanzen oder Gymnastik.

Wenn erstmals bemerkt wird, dass die Vergesslichkeit zunimmt, sollte keine Panik oder gar Resignation aufkommen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hierauf zu reagieren. Diese Chancen sollten nicht ungenutzt bleiben.

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