Parkinson-Demenz

Eine Erkrankung an Parkinson Demenz entwickelt sich bei Menschen die bereits an Morbus Parkinson (Schüttellähmung) erkrankt sind. Erkrankte leiden nicht mehr ausschließlich an körperlichen Einschränkungen, sondern zusätzlich auch an kognitiven Störungen (Geistlich).

Diese Kombination der Parkinson-Demenz betrifft circa 30-40% der Parkinson-Patienten. Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbedingte Veränderungen der Gehirnfunktion.

Das Erkrankungsrisiko bei einer bestehenden Parkinson Erkrankung zusätzlich an einer Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter und der Krankheitsdauer des Patienten an.

Was ist eine Parkinson-Demenz?

Als Parkinson Demenz bezeichnet man eine Demenz die sich im Laufe einer Parkinson Erkrankung entwickelt. Diese Form der Demenz beginnt schleichend und entwickelt sich sehr langsam. Damit eine Diagnose gestellt werden kann, müssen kognitive Fähigkeiten wie das Kurzzeitgedächtnis, Sprachfähigkeit oder Aufmerksamkeit stark beeinträchtigt sein.

 

Häufigkeit von Parkinson-Demenz

Die Parkinson Demenz betrifft ca. 30% der Parkinson-Patienten, wobei das Risiko an Demenz zu erkranken für Parkinson-Patienten ungefähr sechsmal höher ist als für die Restbevölkerung.

Das Risiko an Parkinson Demenz zu erkranken steigt im hohen Alter immer weiter an. Im Alter von 75 Jahren entwickeln 50% der Parkinson Patienten eine Demenz, für Menschen die bereits vor dem 40. Lebensjahr an Parkinson erkranken besteht eine Wahrscheinlichkeit von 3-5%.

Parkinson Demenz

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung?

Wie hoch das Risiko ist, während einer Erkrankung an Morbus Parkinson auch an einer Demenz zu Erkranken hängt von einigen Faktoren ab:

  1. Auftreten von Halluzinationen
  2. Krankheitsdauer
  3. Depressionen
  4. Lebensalter

Angehörige der Parkinson-Patienten sollten den Betroffenen aufmerksam beobachten, um erste Hinweise für eine Demenz zu erkennen. Durch eine gute Beobachtung können sie den Ärzten helfen den Krankheitsverlauf richtig einzuschätzen, wodurch diese die Therapie und Medikamente anpassen können.

Angehörige sollten den vor allem die vier Faktoren beobachten und beim Zutreffen mit dem Betroffenen sprechen oder einen Neurologen Kontaktieren um ggf. weitere Demenz Tests durchführen zu können.

 

Ursachen

Ähnlich wie bei einer Erkrankung an Alzheimer Demenz spielen der Mangel an Botenstoffen und Eiweißteilen eine bedeutende Rolle. Die Ursachen bei einer Parkinson-Demenz sind noch nicht vollständig geklärt, allerdings werden die folgenden Ursachen als primäre Ursachen vermutet:

  • Lewy-Körperchen
  • Mangel an Acetylcholin
  • Mangel an Dopamin

Parkinson wird durch einen Mangel an Dopamin ausgelöst, einem Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn, der von zentraler Bedeutung für die funktionierende Steuerung von Bewegungsabläufen ist.

DopaminmangelDer Grund für ein Dopamin-Defizit ist ein Mangel des Botenstoffs Acetylcholin. Dadurch werden Signalübertragungen im Gehirn beeinträchtigt. In der Folge sterben zunehmend Nervenzellen ab, welche sich hauptsächlich in der Substantia Nigra, einem bestimmten Hirnbereich befinden.

Durch den Mangel an Dopamin steigt der Acetylcholin Spiegel im Gehirn stark an. Im Frühstadium von Parkinson wird diesem Vorgang durch die Einnahme von Medikamenten entgegengewirkt.

Im Krankheitsverlauf sterben neben den Nervenzellen die Dopamin produzieren auch jene ab, welche Acetylcholin hervorbringen. Dieser Vorgang bewirkt eine Senkung des Acetylcholin Spiegels, wodurch der Acetylcholin Mangel entsteht. Ein Mangel an Acetylcholin ist ein Auslöser für eine demenzielle Erkrankung, dies ist aus dem Umgang mit Alzheimer bekannt.

Aus Untersuchungen an verstorbenen Menschen welche an Parkinson Demenz erkrankt waren ging hervor, dass Lewy-Körperchen im Gehirn nachgewiesen werden konnten. Lewy-Körperchen sind Eiweißteilchen die sich anders als bei lewy-körper Demenz nicht in der Großhirnrinde, sondern in der Substantia Nigra ablagern.

Neben genetische Faktoren können bei der Entstehung der Krankheit andere neurologische Grunderkrankungen infrage kommen. Nachweisbar sind äußere Ursachen wie eine Vergiftung des Gehirns durch schädliche Stoffe wie Kohlenmonoxid, Mangan oder Methanol.

 

Diagnose

Da nicht jede kognitive Störung auch eine Demenz ist, können Betroffene auch an anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen wie, Flüssigkeitsmangel oder Halluzinogene Nebenwirkungen, leiden.

Eine erste Diagnose durch einen Arzt ist meistens bereits aufgrund der geschilderten Beschwerden möglich. Deshalb wird zum Beginn der Diagnostik ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patienten sowie Angehörigen geführt (Anamnese).

Um Sicherheit über die Art und das Ausmaß der Erkrankung zu erhalten, folgen in der Regel weitere Untersuchungen. Dadurch sollen mögliche weitere Erkrankungen ausgeschlossen werden und welche Medikamente der Patient einnimmt.

Damit ein Neurologe eine Diagnose stellen kann, müssen mindestens zwei der vier kognitiven Funktionen so beeinträchtigt sein, dass sie den Alltag einschränken:

  • Aufmerksamkeit
  • Exekutive Funktionen (z.B. Organisieren, Planung, Strukturieren von Aufgaben)
  • Visuell-räumliche Funktionen
  • Abrufen von Gedächtnisinhalten

 

Welche Testverfahren gibt es?

Der Arzt führt nach dem Anamnesegespräch körperliche Untersuchungen durch und nimmt eine Blutprobe für eine Laboranalyse.

Durch Testverfahren wie dem Uhrentest,MMST oder DemTec können eine Erkrankung an Parkinson-Demenz bestätigen oder ausschließen. Diese Testverfahren sind bei leichter Demenz wenig aussagekräftig, deshalb könnten weitere neurologische Untersuchungen benötigt werden.

Um das Gehirn bildlich darzustellen werden Verfahren wie Computertomografie und Magnetresonanztomografie (MRT) angewandt, um zu sehen, ob das Gehirngewebe geschrumpft ist (Atrophie).

 

Parkinson-Demenz oder Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste und mit einem Anteil von 60% die häufigste Form der Demenz. Die Alzheimer Demenz führt in erster Linie zu einem altersbedingt einsetzenden Funktionsausfall von Gehirnzellen. 

Bei der Parkinson-Demenz treten die verminderte Aufmerksamkeit und die verlangsamten Denkvorgänge in den Vordergrund. Der wesentliche Unterschied ist, dass Betroffene im Gegensatz zur Alzheimer Demenz neue Sachen erlernen können, welche allerdings nur langsam und verzögert abrufbar sind.

Demenz Typ Parkinson-Demenz Alzheimer-Demenz
Ursachen
  • Mangel an Acetylcholin
  • Mangel an Dopamin
  • Lewy-Körperchen
  • Mangel an Acetylcholin
Beginn der Erkrankung
  • Schleichender Beginn
  • Entwickelt sich im Laufe einer Erkrankung an Morbus Parkinson
  • Schleichender Beginn
Einschränkungen (Symptome)
  • Aufmerksamkeit
  • Depressionen
  • Halluzinationen
  • Verhaltensstörungen
  • Apathie
  • Flüssiges Sprechen
  • Schlafstörungen
  • Gedächtnis (Später Krankheitsverlauf)
  • Gedächtnis
  • Lernfähigkeit
  • Orientierungsfähigkeit
  • Sprachprobleme

 

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Situations- und altersgerechte Therapie sollte möglichst frühzeitig erfolgen und Wirkung zeigen. Parkinson-Demenz ist nach dem jetzigen Stand von Medizin und Wissenschaft nicht heilbar. Jedoch können die Beschwerden durch bestehende Symptome gelindert sowie der Krankheitsverlauf verzögert werden.

 

Medikamentösen Behandlung

  • Levodopa-Tabletten, die als Vorstufe des Dopamins im Körper umgewandelt werden (auch als Infusion erhältlich)
  • Dopamin-Agonisten stimulieren die Rezeptoren ebenso wie Dopamin. Die Dopamin-Agonisten sollen zur Verbesserung der motorischen und sensorischen Beschwerden beitragen. Wahlweise kommen je nach Substanz Tabletten, Pflaster oder Spritzen zum Einsatz.
  • Spezielle Medikamente zur gezielten Hemmung des Dopamin-Abbaus.
  • Amantadin Salze zur Wirkungsreduzierung des Botenstoffs Glutamat.
  • Verschiedene Substanzen, um die Wirkung von Acetylcholin als Gegenspieler des Dopamins zu blockieren

Im Einzelfall kommen bei erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität und einer unzureichenden Wirkung konventioneller Behandlungsmethoden auch neurochirurgische Verfahren zum Einsatz.

 

Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung:

  • Herzrasen
  • Starkes Schwitzen
  • Schluckstörungen
  • Gestörtes, krankhaftes Essverhalten
  • Schlafstörungen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Verdauungsstörungen
  • Halluzinationen
  • Übelkeit
  • Schwindel und Bewegungsstörungen

 

Nicht medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Als Therapiemöglichkeit bieten sich Selbsthilfegruppen an, in denen ein zusätzlicher Ausgleich für die psychischen Belastungen gefunden werden kann. Möglichst frühzeitig und ergänzend zur Medikamenteneinnahme sollten bedarfsgerecht die Möglichkeiten durch folgende Therapien genutzt werden:

  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Neuropsychologische Therapien 

 

Prävention

Da die Ursachen für eine Erkrankung vielfach im Rahmen der Diagnose unbekannt bleiben, ist eine gezielte Vorbeugung schwierig. Trotzdem kann die Gefahr einer Parkinson-Demenz reduziert werden, indem bekannte Risiken gemieden werden.

 

Ratschläge für Betroffene

  • Vermeidung von Schlageinwirkungen (z.b. Wahl einer anderen Sportart als Boxen).
  • Schnelle, gründliche Behandlung bei Durchblutungsstörungen oder Entzündungen.
  • Kreative Aktivitäten (z.b. Malen, Musik, Sport).
  • Aktives Gehirntraining um den Dopaminspiegel zu steigern.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte um nicht zu vereinsamen.
  • Vermeidung von Übergewicht und ausreichende Bewegung.
  • Fettarme und Calziumreiche Ernährung.

 

Ratschläge für Angehörige

  • Gestalten Sie den Wohnraum bedürfnisgerecht (z.b. Verletzungsquellen beseitigen), beachten sie, dass der Patient ab einer anerkannten Pflegestufe Anspruch auf eine Wohnraumanpassung hat (z.b. Treppenlift).
  • Entlasten Sie sich durch das Wahrnehmen von Pflegeangeboten wie z.b. Tagespflege.
  • Nehmen Sie an Selbsthilfegruppen teil, um sich mit anderen Angehörigen auszutauschen.
  • Achten Sie auf die Ernährung, da einige Lebensmittel die Wirkung von Medikamenten vermindern kann.
  • Halluzinationen und Aggressionen sind folgen der Parkinson-Demenz und nicht persönlich gegen sie gerichtet, der Patient kann diese Folgen nicht kontrollieren.

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